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Zirkulationspumpen: Energiefresser oder Sparwunder?

 

Schon davon gehört? Es gibt da angeblich sehr sparsame Pumpen, die aber - verglichen mit Standard-Pumpen - ein irres Geld kosten.

Dazu folgendes interessante Beispiel aus der Praxis:
 

In einer Wohnanlage, bestehend aus 2 eigenständigen Häusern mit einer gemeinsamen  (Gas-) Heizung und 1 gemeinsamen Warmwasserversorgung häuften  sich die Klagen über kaltes Warmwasser. Man/frau müsse “stundenlang” das teure Wasser ablaufen lassen, bis dann endlich warmes Wasser aus dem  Hahn  käme. Alte Pumpe 420 px P3070576

Was also tun?

Der Verdacht fiel sofort  auf die Zirkulationspumpe, siehe Bild rechts.
Sollte diese Pumpe nach fast 17 Jahren und “nur” 108.000 Betriebsstunden schon an Altersschwäche leiden?

Wie auch immer: Die alte Pumpe hatte keine Einstellmöglichkeit und verbrauchte im Betrieb ständig 80 Watt. Im Jahr sind das rund 500 kWh bei 7 Stunden Abschaltung in der Nacht.

Beim aktuellen Hausanlagen-Stromtarif summiert sich das auf 125 € Stromkosten im Jahr. Oder auf  2125 € in 17 Jahren.

Hoppla! Wenn so ein kleines “80-Watt-Pümpchen”125 € im Jahr verbraucht, dann  lässt sich garantiert etwas einsparen!

Gefragt war nun eine neue Zirkulationspumpe mit

  • Einstellbarkeit der Leistung
  • Höherer Förderleistung
  • Höherem Förderdruck
  • Geringerem Stromverbrauch

Das klingt wie die berühmte Quadratur des Kreises, ist aber mit einer modernen Hocheffizienz-Zirkulationspumpe möglich.

Im konkreten Beispiel kam eine Wilo Stratos ECO-Z mit maximal nur 59 Watt Pumpenleistung zum Einsatz, siehe Bild rechts weiter unten.

Dies ist aktuell so eingestellt, dass sie bei spürbar höherer Zirkulationsleistung  nur rund 40 Watt verbraucht -  und die Nutzer, die bisher über kaltes Warmwasser geklagt hatten, sind nun zufrieden.Neue Pumpe 440 px P3080579

Neben diesem Vorteil bleiben 40 Watt Stromersparnis
(80 Watt alt - 40 Watt neu = 40 Watt Ersparnis).

Unterstellt man, dass die neue Zirkulationspumpe ebenfalls
108.000 Betriebsstunden
durchhält, so wie ihre Vorgängerin, dann spart sie in dieser Zeit
108.000 h x 0,04 kW x 0,25 €/kWh = 1080 € Strom ein.
Und das bei besserer Förderleistung!

Der Mehrpreis für die neue Pumpe in Energiespar-Ausführung liegt gegenüber einer ungeregelten,
nicht so sparsamen  Variante nur
rund 300 € höher.

Bleibt also unter dem Strich eine Einsparung von
fast 800 €.

Deshalb merke:
Die vermeintlich teueren Energiespar-Pumpen lohnen sich! Sie amortisieren sich umso schneller, je mehr Betriebsstunden sie täglich absolvieren müssen. 

Beim Einbau der neuen Zirkulationspumpe fiel mir dann noch auf, dass einige Stellen der Zirkulationsleitung nicht richtig gedämmt waren.
Hier  konnte ich meinen Auftraggebern empfehlen, vor allem in der Tiefgarage die vorhandene Rohrdämmung zu verbessern.

Und schließlich noch eine Überraschung: 17 Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes konnte ich feststellen, dass der damalige Installateur keinen hydraulischen Abgleich der einzelnen Zirkulationsstränge durchgeführt hatte. Er hatte zwar primitive Einstellmöglichkeiten  eingebaut, diese waren aber wirkungslos, weil alle zu 100 % “auf” eingestellt waren.

Im vorliegenden Fall führte das dazu, dass die Zirkulationsleistung der  Pumpe weitestgehend dem Haus zugute kam, in dem die Zirkulationspumpe installiert war. Für das rund 10 m entfernte zweite Haus  der Wohnanlage stand dann nicht mehr genügend Zirkulationsleistung zur Verfügung. Auch das hatte dazu beigetragen, dass die Zapftemperatur des warmen Wassers im zweiten Haus deutlich hinter den Zapftemperaturen des ersten Hauses zurück blieb.

Die Lösung: Die beiden Zirkulationsstränge im ersten Haus wurden von mir mit Hilfe der vorhandenen Einstellarmaturen gedrosselt, d.h. die Strömungsverhältnisse in der gesamten Zirkulationsleitung wurden zum ersten Mal seit dem  Bau des Gebäudes richtig eingestellt.

Seither steht die vorhandene Zirkulationsleistung verstärkt auch dem bisher benachteiligten zweiten Haus zur Verfügung. 

Ergebnis: Jetzt, nach 17 Jahren, haben endlich ALLE Bewohner in der Wohnanlage gleich warmes Wasser!  Und dank der hohen Stromeinsparung bleibt auch nach Abzug der Einbaukosten noch ein Gewinn für meine Auftraggeber.

Nachtrag - 1 Jahr später:
Bei der Jahres-Abrechnung der Betriebsstrom- und Warmwasserkosten stellte sich im folgenden Jahr heraus, dass sowohl der Warmwasserverbrauch als auch der allgemeine Stromverbrauch (Heizung, Beleuchtung) in der Wohnanlage um jeweils 15 % gesunken war (absolut: 340 kWh weniger Strom und 24 Kubikmeter weniger Warmwasser), obwohl die neue, sparsame Pumpe erst ab März des Wirtschaftsjahres zum Einsatz kam.

Der reine Kaltwasserverbrauch in der Wohnanlage war mit 357 Kubikmetern fast mit dem Vorjahresverbrauch von 358 Kubikmetern identisch, was auf insgesamt unveränderten Wasserbedarf der Hausbewohner schließen lässt.
Dieses Ergebnis kann so interpretiert werden, dass nicht nur Strom, sondern auch lauwarmes Wasser eingespart wurde, denn inzwischen kommt wieder sofort heißes Wasser aus der Zapfstelle und man muss nicht erst einige Liter lauwarmes Wasser nutzlos abfließen lassen.

Nachtrag, noch ein paar Jahre später:
Unbeschadet der nachgewiesenen Energieeinsparung nach dem Pumpentausch hat sich inzwischen heraus gestellt, dass die Ursache für das nicht mehr richtig warme Warmwasser tatsächlich in einer zugerosteten Zirkulationsleitung liegt.
Merke: Bei größeren Sanierungen, insbesondere Badsanierungen, möglichst immer auch die vorhandenen Wasserleitungen aus verzinktem Stahl gegen neue aus Edelstahl oder Kunststoff (Mehrschicht-Verbundrohr) tauschen! 

 

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