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Der richtige Stromtarif für Ihre Wärmepumpe

Mit dem Einbau und Betrieb einer Wärmepumpe haben Sie künftig einen höheren Stromverbrauch. Damit lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Stromtarife.

Welcher Tarif  für Sie der Richtige ist, das hängt jedoch von Ihrem Stromanbieter in Ihrem Versorgungsgebiet und Ihrem gesamten Verbrauch ab.

Ich will das Problem deshalb exemplarisch an meinem eigenen Fall erläutern:

Ich selbst bin Kunde bei den Stadtwerken Konstanz und habe mir von denen einen sogenannten Zweitarifzähler einbauen lassen (s. nachfolgendes Bild). Der Einbau war kostenlos und in kürzester Zeit durch einen Techniker erledigt. Dieser neue Zähler erfasst den gesamten Stromverbrauch in meinem Haushalt einschließlich der Erdwärmeheizanlage mit der zugehörigen Wärmepumpe.

Das bedeutet aber auch:
Der gesamte Haushalt profitiert vom relativ geringen Strompreis in der Nacht.

Zweitarifzahler / Nachtstromzähler

Nicht-Techniker nennen so einen Zähler manchmal auch Tagstrom-Nachtstrom-Zähler.
Teilweise wird er auch Hochlast-/Schwachlast-Zähler oder einfach nur HT/NT-Zähler genannt.

Der Clou an dem Gerät ist, dass es zwei getrennte Zählwerke hat, so wie im Bild oben zu erkennen. In der Praxis bedeutet das bei meiner Anlage: Morgens um 6 Uhr schaltet das Gerät automatisch auf das „Tagstrom“-Zählwerk und abends um 21 Uhr schaltet es wieder zurück auf das „Nachtstrom“-Zählwerk. So zumindest  derzeit in Konstanz. Diese Lösung hat den Vorteil, dass ich trotz des eingeräumten Preisvorteils immer Strom für meine Wärmepumpe zur Verfügung habe – zumindest so lange auch die anderen Leute in meiner Straße Strom haben.

Das ist sehr wichtig zu wissen, denn es gibt auch einen Spezialtarif – je nach Versorger wird er auch als „Wärmepumpentarif“ angeboten – bei dem man tatsächlich noch ein paar Euro sparen kann. Aber leider nicht in jedem Fall.

Je nach Stromversorger hat dieser  Wärmepumpentarif 3 Vorteile:

  • Grundsätzlich ein relativ günstiger Arbeitspreis
    (= der Preis für die verbrauchten kWh’s)
  • In der Regel ein noch günstigerer Arbeitspreis (“Nachtstrom”) nachts
    und evtl. auch an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, sofern der jeweilige
    Wärmepumpen-Stromtarif solches vorsieht.
  • Der zusätzliche Zähler, der in der Grundgebühr für diesen
    Tarif enthalten ist, kann zur Effizienz-Berechnung bei
    BAFA-Förderungen genutzt werden

Der Wärmepumpentarif hat aber auch mehrere Nachteile:

  • Er zieht einen höheren Installationsaufwand nach sich, insbesondere für eine zusätzliche Steuerleitung (“EVU-Kontakt”), aber auch für den zusätzlichen Zähler, der seinerseits einen eigenen Zählerplatz im Schaltschrank benötigt und auch für den sogenannten Rundsteuerempfänger, der die Schaltbefehle des Netzbetreibers automatisch über das Stromnetz empfängt
  • Sperrzeiten, in denen der Wärmepumpe automatisch und via Rundsteuerempfänger der Wärmepumpe der Strom abgeschaltet wird
  • Eine zusätzliche Grundgebühr zum Arbeitspreis
  • Nutzbar normalerweise nur für Wärmepumpe und unmittelbar zugehörige Aggregate einschließlich Notheizstab. Waschmaschine, Trockner,  Beleuchtung profitieren üblicherweise nicht vom Wärmepumpentarif und werden über den regulären Haushaltstarif berechnet

Das Besondere am Wärmepumpen-Stromtarif ist also, dass Sie als Stromkunde Ihrem Versorger erlauben, Ihnen zu bestimmten Zeiten die Wärmepumpe abzustellen. Ihr Vorteil ist dadurch ein günstigerer Strompreis. Ihr Versorger hat im Gegenzug dadurch den Vorteil, dass ihm genug Strom zur Verfügung steht, z. B. wenn Millionen von elektrischen Kochfeldern am späten Vormittag oder frühen Abend in Betrieb gehen.

Praktiziert wird es bislang hier in der Region so, dass z. B. von 11 bis 12 Uhr und
von 17 bis 18 Uhr der Strom für die Wärmepumpe per Fernschaltbefehl via Rundsteuerempfänger abgeschaltet wird. Gut gedämmte Häuser, insbesondere solche mit Fußbodenheizung, stecken das relativ locker weg. Knapp wird es jedoch bei Heizkörperheizungen in älteren Gebäuden und insbesondere dann, wenn kein oder nur ein kleiner Puffer vorhanden ist.

Von einem regionalen Netzbetreiber war überdies zu hören, dass im Rahmen des  derzeitigen Tarif-Regelwerks sogar 3  einzelne Sperrphasen zu je 2 Stunden möglich wären, dann aber mit mindestens 2 Stunden Abstand dazwischen. Und spätestens hier wird es spannend: Wenn Ihnen nämlich im Verlauf 12 Stunden insgesamt 6 Stunden lang der Strom gesperrt würde, dann stünden effektiv nur noch 50 % der Heizleistung zur Verfügung. Eine hinreichend groß dimensionierte Wärmepumpe ist hier ganz entscheidend.

Umgekehrt ist seit geraumer Zeit auch im Gespräch, bei zuviel Öko-Strom im Netz die dafür geeigenten Verbraucher zwangsweise per Fernschaltbefehl via Rundsteuerempfänger einzuschalten. Auch hierfür sind Strompreis-Rabatte angedacht.

Sofern Sie künftig von diesen tariflichen Rabatten profitieren wollen, muss Ihre neue Heizung dafür ausgelegt sein (möglichst  hohe Vorlauftemperaturen, große Puffer, Mischer, Temperaturbegrenzer) und etwaige Fernschaltbefehle verstehen und umsetzen können. Als Mindestanforderung gilt hier die Eigenschaft “Smart Grid Ready” (=vorbereitet für intelligente Stromnetze), wobei allerdings zu beobachten ist, dass das “Ready” von verschiedenen Herstellern unterschiedlich interpretiert wird. In einem mir bekannten Fall verstand sich das “Ready” als “Bereit für eine kostenpflichtige Nachrüstung” und so etwas wollen wir alle ganz sicher nicht.

Merke also:
Mit einer richtig gebauten Wärmepumpenheizung setzen Sie auf ein
Heizsystem, bei dem sie künftige Strom-Billigtarife vollautomatisch
nutzen können.
Sprechen Sie auf Grundlage Ihres solide ermittelten Wärmebedarfs
rechtzeitig mit Ihrem Stromversorger über den für Sie optimalen
Stromtarif und klären Sie mit Ihrem Heizungsbauer die notwendigen Voraussetzungen, insbesondere hinsichtlich der Heizleistung Ihrer
künftigen Wärmepumpe!

Vor diesem Hintergrund sollten Sie auch nur Wärmepumpen-Angebote zum Vergleich heran ziehen, bei denen ein konkreter Wärmebedarf und konkrete Stromsperrzeiten zugrunde gelegt sind! Ersatzweise können Sperrzeiten mit einem Aufschlag mit 25 % berücksichtigt werden.

Beispiel: Benötigte Wärmepumpe bei 24 Stunden Stromverfügbarkeit: 8 kW
Wird Wärmepumpentarif gewünscht, dann erhöht sich die benötigte Heizleistung von 8 auf etwa 10 kW.

Als erster Anhaltspunkt und auf Basis von Erfahrungen aus der Praxis:
Kleine Wärmepumpen bis nominal etwa 7 - 8 kW Heizleistung und einem Strombedarf von bis zu etwa 3000 kWh jährlich sind im Allgemeinen gute Kandidaten für eine reine HT-NT-Tariflösung (also “Nachtstrom”).
Bei größeren, stärkeren Wärmepumpen sind Wärmepumpen-Stromtarife häufig die günstigere Lösung, sofern die Sperrzeiten kein Problem darstellen.
Klarheit bringt aber letztendlich nur eine Vergleichsrechnung mit dem solide prognostizierten Stromverbrauch in verschiedenen Stromtarifen.

<Redaktionsstand Januar 2017>

 

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