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Was kann man tun, wenn man keine automatische Lüftungsanlage hat
und Verdacht auf feuchte Wände besteht?

Für diesen Fall hier schon mal 10 Tipps:

  1. Schaffen Sie sich ein Hygrometer an. Bei Migros habe ich welche für knapp 10 Franken gesehen. Die kann man auch als Laie nach einem Jahr wieder neu einstellen, so dass man auch dauerhaft verlässliche Werte damit messen kann.
    Aber welcher gemessene Wert ist “richtig”?   50 % Luftfeuchte klingen intuitiv gut, können aber bei kalten Wänden schon zu Problemen führen. Glauben Sie nicht ..? Dann hier ein kleines Beispiel: Sie haben z. B. ihr Wohnzimmer auf 21°C  geheizt. Sie haben vermeintlich gut gelüftet. Die relative Luftfeuchte betrage 50 % (gemessen am Hygrometer). Absolut in Gramm bedeutet das: Ein Kubikmeter Ihrer Wohnzimmerluft hat ca. 9,16 Gramm Wasser aufgenommen. Nun lassen Sie diese Luft  auf eine neun Grad kalte Wandoberfläche treffen. Das ist ein Wert, der z. B.  in typischen 60er-Jahre-Häusern im Winter häufig an den Zimmerecken zur Hausausenseite erreicht wird. Was passiert dort? Nun, die Luft kühlt an der kalten Wandoberfläche auf ca. 9 Grad ab und kann dann nur noch eine Feuchtemenge “halten”, die ca. 8,8 Gramm pro Kubikmeter Luft entspricht. Da die Luft aber mehr Feuchtigkeit “geladen” hat, bildet sich Tauwasser. Der Fachmann spricht dabei von einer Unterschreitung des sogenannten “Taupunktes”. Das ist der gleiche Effekt, den Brillenträger an kalten Tagen auf ihren beschlagenen Brillen beobachten, nachdem sie eine zu feuchte Wohnung betreten haben.
    Zum Vergleich: Mit nur 40 % relativer Luftfeuchte im Zimmer erreichen Sie den Taupunkt erst bei etwa 7°C. Merke also: Bei feuchten Wänden runter mit der Luftfeuchte! - Und das bedeutet: Lüften!
  2. Verzichten Sie auf “Luftbefeuchter”. Das sind die netten kleinen Gefäße,  die man mit Wasser einfüllt an die Radiatoren hängt, damit die böse, trockene Heizungsluft wieder “besser” wird. Ganz nebenbei sind das häufig Brutstätten für allerlei Bakterien, die man sich besser nicht in der Wohnung wünscht und auch die Hausstaubmilben sind in der Regel sehr dankbar für derlei Biotopverbesserungen. Also besser darauf verzichten!
  3. Lüften sie konsequent nach dem Baden und/oder Duschen. Ziehen Sie idealerweise die Fliesen in Ihrer Dusche oder auch das Glas Ihrer Duschkabine mit einem Fensterwischer (“Gummilippe”) ab. Wenn es geht, ziehen Sie damit auch das Wasser aus der (Dusch-) Wanne in den Abfluss ab. Insgesamt hilft das  auch ganz nebenbei gegen Kalkflecken und gammelige Silikonfugen.
  4. Lüften Sie konsequent auch beim Kochen. Benutzen Sie, wenn möglich, eine Dunstabzugshaube, die nach draußen abbläst. Vermeiden Sie unnötige Wasserdampfbildung beim Kochen. Bei normalem Luftdruck wird Wasser nicht heißer als 100°C - aber unnötige Energiezufuhr führt dazu, dass die Luft feuchter wird.
  5. Vorsicht bei Wind:  Drücken die Windverhältnisse die Schwaden mit der feuchten Luft aus Küche und Bad  am Ende nur in ein anderes, möglicherweise sogar unbeheiztes Zimmer? Generell sollten Sie  darauf achten, dass feuchte Luft möglichst auf dem direkten Weg nach draußen gelangt.  Unter Umständen hilft auch schon, die Zimmertüren zu den schimmelgefährdeten Räumen zu schließen und Fenster temporär an anderer Stelle zu öffnen.
  6. Achten Sie darauf, dass einzelne Räume in Ihrer Wohnung nicht zu sehr auskühlen. Die Wände in diesen Räumen sind dann im Winter  besonders kalt und bieten der relativ feuchten Raumluft gute Gelegenheit, Wasser durch Kondensation “abzuladen”.
  7. Stellen Sie gefährdete Ecken nicht mit Möbeln zu. Das behindert die Wärmezufuhr und die so abgedeckten Wandflächen können überdurchschnittlich auskühlen. Diese  sind dann die Stellen, an denen feuchte Raumluft gerne als erstes kondensiert.
  8. Trocknen Sie gerne Wäsche in Ihrer Wohnung? Dann sollten sie die relative Raumfeuchte ganz besonders im Auge behalten. Je trockener vorgeschleudert wird, desto besser. Auch Ablufttrockner können zu Problemen führen, wenn der Abluftschlauch nicht ordentlich nach draußen führt. Ggf. auf einen Kondensationstrockner umsteigen, welcher das Wasser in einem Vorratsgefäß sammelt. Oder noch besser: Wo vorhanden,  sollten sie einen gut belüfteten Trockenraum, z. B. im Keller nutzen.
  9. Haben Sie ein Aquarium? Vielleicht sogar ein ganz großes? Auch das kann die Quelle von zuviel Feuchte sein. Eine Abdeckplatte (Glas o. ä.) kann helfen.
  10. Auch die Nassreinigung großer Fußbodenflächen kann die Luftfeuchte im Raum nach oben treiben. Deshalb Fußboden nach der Reinigung möglichst mit großer Gummilippe trocken abziehen.

Und wenn alles nichts hilft? - Dann empfehle ich,  zunächst einmal eine Messung der Verhältnisse vor Ort in Ihrer Immobilie mit meinen Messgeräten (s. Seite “Feuchtemessung”). Häufig helfen danach schon kleine Änderungen des Nutzungsverhaltens. Es könnte aber auch sein, dass eine neue Lüftungsanlage Sinn macht. Bei älteren Immobilien, gerade mit Baujahr vor 1974, könnte auch eine Verbesserung des Wärmeschutzes notwendig werden. Es kommt auf den Einzelfall an!

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