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Luftwärme contra gebohrte Erdwärme - ein konkretes Vergleichsbeispiel

 

Sofern Sie noch zwischen einer Luft-Wärmepumpe und einer Wärmepumpe für Erdwärme schwanken, gibt Ihnen nachfolgende Kostenaufstellung womöglich die entscheidende Hilfestellung.
Bitte beachten Sie, dass in der Tabelle nur die Kosten aufgeführt sind, die sich auf den Unterschied zwischen Erdwärme und Luftwärme beziehen und dass die Preise regional und fallweise durchaus abweichen können. Zinsen habe ich der Einfachheit nicht mit betrachtet. Preise haben Stand Anfang 2014.

Zugrunde liegt folgender aktueller Beratungsfall:

  • Mein potenzieller Kunde saniert seinen Altbau auf KfW-70-Niveau.
  • Die benötigte Heizleistung liegt nach Berechnung bei 11,1 kW.
  • Die erwartete Vorlauftemperatur der Heizkörper am Auslegepunkt wird mit 50°C angenommen.
  • Ziel ist, dass bis zur DIN-Auslegungstemperatur hier am Bodensee, also minus 12 °C, der Kompressor alleine, d. h. ohne E-Heizstab die benötigte Heizleistung bringt. Erst unterhalb dieser Außentemperatur ist die Zuschaltung weiterer Energiequellen vorgesehen.

Demzufolge kommen in diesem Beispiel eine Luftwärmepumpe OCHSNER GMLW14+  oder  alternativ eine
Sole-Wärmepumpe OCHSNER GMSW12 plus S mit gebohrter Erdwärmesonde  zur Bewertung.

Hätten Sie  gedacht, dass die scheinbar ach so teure Erdwärmesonde bei Bewertung aller Argumente am Ende so viel preiswerter sein kann?

 

Argumente / Aufwendungen

Kosten für
Luft-
WP

GMLW14+

Kosten für
Sole-
WP

GMSW12+S

 Kommentar

Heizleistung im Kompressorbetrieb bei
- 12 °C außen und 50 °C am Heizkörper

 ca. 9,5 kW

also ca. 1,6 kW
weniger als gefordert

11,1 kW

also genau so
viel wie gefordert

Die nächstgrößere Luftwärmepumpe, eine GMLW 19+ würde bei rund  5.000 € Mehrkosten am Auslegungspunkt eine Heizleistung von knapp 13  kW bringen. Der Kunde hat hier die Option, die Deckungslücke von 1,6 kW Heizleistung z. B. mit Hilfe eines Holzofens zu decken. Der Holzofen finanziert sich dabei aus den eingesparten 5.000 € Mehrkosten und bietet zugleich auch die Möglichkeit einer Notheizung.
Die Heizleistung einer Sole-WP ist  dem gegenüber weitgehend unabhängig von der Außentemperatur

Anschaffungskosten für die Wärmepumpe

16.134 €

10.698 €

Ohne Speicher und sonstiges Zubehör

Bohrung Erdwärmesonde, ca 243 Bohrmeter

 

15.000 €

Großzügige, energieeffiziente Dimensionierung mit 40 Watt Entzugsleistung pro Bohrmeter.
Da die Lebenserwartung einer Sonde im Normalfall deutlich über der Lebenserwartung der Außenheinheit liegt, müsste man den Sondenpreis eigentlich durch 2 oder gar durch 3 geteilt bewerten! (was ich hier im Beispiel nicht mache)

Inbetriebnahmekosten

1.065 €

    724 €

 

12 m Kältemittelleitung,

bzw.Soleleitung

für Hausanschluss

1.237€

    200 €

Kältemittel-Leitung aus isoliertem, relativ teurem Kupfer zwischen WP und Außeneinheit oder aus banalem Polyethylen zwischen WP und Erdwärmesonde

30 Jahre jährlich  200 € Prüfkosten   auf Kältmittel-Leckage

6.000€

entfällt

Bei derzeitiger Rechtslage, weil die Luft-Wärmepumpe mit ihrem großen, bis zur Außeneinheit im Garten reichenden  Kältemittelkreis ein Vielfaches mehr an Kältemittel enthält, als die Sole-Maschine, bei der der Kältemittelkreis auf die unmittelbare Wärmepumpe im Keller beschränkt ist.
Siehe dazu auch Artikel 5 in der neuen EU-Verordnung  517/2014, die zum 1. Januar 2015 in Kraft treten wird.
Allgemein gilt auch: Split-Luft-Wärmepumpen mit Sole als Energieträger zwischen Wärmepumpe und Außeneinheit sind wegen ihres geringeren Kältemittelinhaltes im Allgemeinen nicht prüfpflichtig - allerdings bauartbedingt auch etwas weniger effizient.

Frostsicheres Fundament für die Außeneinheit

600 €

entfällt

 

Geringere Stromkosten bei Sole-WP wegen besserer Arbeitszahl gegenüber Luft-WP

 

 - 6.000 €

grob geschätzte Einsparung 200 € jährlich bei 30 Jahren

BAFA-Zuschuss Stand Sommer 2014

-1.300 €

 -3.040 €

leider nur bei Sanierung, nicht bei Neubau

Genehmigungskosten

entfällt

250 €

In der Schweiz ist auch eine Luft-WP genehmigungspflichtig, wodurch regional unterschiedliche Kosten entstehen.

Systemspezifische Gesamtkosten

23.736 €

17.832 €

per 30 Jahre angenommene Lebenszeit für ein Wärmepumpensystem.

 Weitere Argumente
ohne Kosten- bewertung

Luft-WP

GMLW14+

Sole-WP

GMSW12+S

 Kommentar

Lebenserwartung Luft-WP-Außeneinheit gegenüber Sonde

 30 Jahre

100 Jahre

Bitte das nur nur als Orientierungswert  verstehen.

Einsatzbereich des
Wärmepumpen-Kompressors

bis tiefstens ca. -22°C Außentemperatur, darunter nur Notheizung über E-Heizstab

Unabhängig von der Außentemperatur; funktioniert auch bei tiefstem sibirischen Frost

Die Achillesverse der Sole-Wärmepumpe ist eine zu geizig gebohrte, d. h. zu kurze Erdwärmesonde mit zu wenigen Bohrmetern. In solchen Fällen kann eine Sonden-Vereisung bei hoher Heizlast nicht ausgeschlossen werden.  Hier im Beispiel wurde jedoch mit 40 Watt pro Bohrmeter gerechnet, wodurch sich hinreichende Leistungsreserven ergeben..

Notheizung bei Extrem-Frost

ja, zum Ausgleich der fehlenden Wärmepumpen-Leistung

normalerweise nein

Besitzern von Luft-Wärmepumpen empfehle ich für den Notfall den Betrieb eines Scheitholzkessels

Geräusche im Außenbereich

sehr gering

keine

Bei billigen “Einsteiger-Luftwärmepumpen” können die Geräuschbelästigungen ganz erheblich sein.

Gebäudekühlung ohne Kompressorbetrieb

 nein

ja

Gebäudekühlung mit Kompressorbetrieb ist bei beiden Modellen gegen Aufpreis erhältlich.

Aufnahmemöglichkeit für überschüssige Wärme aus Solarkollektor-Anlage

nein

 ja

Einleitung überschüssiger solarer Wärme kann die Stromrechnung für den Heizbetrieb mittels Wärmepumpe senken oder auch eine geringere Bohrmeterzahl erforderlich machen. Auch die Solarflüssigkeit kann dadurch vor Überhitzung geschützt werden.
Achtung: Standard-PE ist nicht für die direkte Einleitung heißer Sole aus dem Dach-Kollektor geeignet!

Eingriffe in die Außenanlage durch die Baumaßnahme

gering

   bei Altbauten
unter Umständen erheblich, je nach Zugänglichkeit der Bohrstelle(n)

Bei der Bohrung der Erdwärmesonde muss das Bohrgerät häufig durch bereits angelegte Gärten fahren, was zu Schäden an gepflasterten Wegen oder der Bepflanzung führen kann. Dieser Aspekt wird häufig zum zentralen K.O.-Argument gegen die Erdwärmesonde im Bestandsbau. Bei Neubauten ist dies normalerweise kein Thema.

Visuelle Beeinträchtigung

vertretbar,
 aber teilweise
subjektiv wahrnehmbar

keine,
weil Sonde nicht sichtbar

Interessanterweise haben wir uns an den Gift- und Dreck- Ausblasstutzen auf dem Dach, auch Schornstein genannt, gewöhnt. Auch monströse Edelstahl-Außenkamine sind  immer häufiger anzutreffen. Die Außeneinheit einer umweltfreundlichen Luft-Wärmepumpe.stösst dagegen vor allem beim auf organische Ästhetik bedachten weiblichen Geschlecht häufig auf Ablehnung.

Pflegeaufwand

je nach  persönlichen Ansprüchen
1 - 2 mal im Jahr mit nassem Lappen putzen

entfällt, weil Sonde unterirdisch verbaut

 

Nassestrich ausheizen, bzw. trocknen

ja - ohne Einschränkung

unter Vorbehalt

Nach VDI gebaute Erdwärmesonden berücksichtigen nur die “normale” Heizlast eine Gebäudes. Wird die erste Heizperiode im neuen Heim gleich zu Beginn mit einem Estrich-Trocknungsprogramm begonnen, so besteht wegen überhöhter Wärmeentnahme die Gefahr einer Sondenvereisung mit dauerhafter, erheblicher Reduktion der Sondenleistung in Folge der Konsistenzänderung beim die Sonde umgebenden Bentonit (= Hinterfüllung).
Vorsicht, wenn mit teurem Baustellenstrom und E-Heizstab der Estrich getrocknet werden soll. Hier sind beim Ein- oder Zweifamilienhaus Strom-Mehrkoststen von 600 € und mehr möglich, verglichen mit der Trocknung per Wärmepumpe.

Gefahr von Folgeschäden bei sachgerechter Planung und Ausführung

vernach-

lässigbar

vernach-

lässigbar

Bei Erdwärme fällt immer wieder der Name der Stadt “Staufen”. Dort herrschte am Bohrort eine ganz besondere geologische Situation (aufgefalteter Anhydrit). Man darf unterstellen, dass keine wasserrechtliche Behörde mehr eine Bohrgenehmigung erteilen wird, sollte am geplanten Bohrort eine geologische Formation wie in Staufen vorliegen. Im Übrigen empfehle ich, vor Beauftragung eines Bohrunternehmens dessen Haftpflichtversicherung/AGBs zu prüfen, insbesondere im Hinblick auf die Punkte “außerplanmäßiger Abbruch der Bohrung” und “Austritt von arthesisch gespanntem Wasser”.
Unsachgemäß aufgestellte Außeneinheiten  bei Luft- Wärmepumpen bieten im Übrigen die erhöhte Gefahr von Kältemittel-Leckagen  sowie Glatteisgefahr aufgrund von (wieder)gefrorenem Kondenswasser. Auch Schäden durch spielende Kinder oder Vandalismus sind bei Außeneinheiten grundsätzlich möglich.

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