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Heizkörper ‘gegen’ Gebläsekonvektoren

Es ist ein Trauerspiel: Hochqualifizierte Ingenieure und Techniker verbessern die Wärmepumpentechnik immer weiter, und dann wird die schöne neue Wärmepumpe an uralte Heizkörper angeschlossen, bei deren Installation vor vielen Jahren niemand im Traum an eine Wärmepumpe gedacht
hatte. 

Das ist, als würde man die Reifen eines  alten Käfers an eine schöne neue Mittelklasse-Limousine montieren.

Klar, rollen tut’s irgendwie - aber ist es auch sinnvoll?

Die Antwort ist ein  klares NEIN!  -  Und zwar aus einem ganz einfachen Grund:

Alte Heizkörper sind auf hohe Betriebstemperaturen ausgelegt - im Extremfall bis zu 90 Grad.
Eine Wärmepumpe aber braucht bei hohen Heizkörpertemperaturen überproportional viel Strom - auch 
wenn
die hohen Temperaturen technisch durchaus erreichbar sind. Meinen Kunden empfehle ich  deshalb, nur dann
eine Wärmepumpe einzusetzen, wenn sie bei -12 Grad (Konstanz)  bzw. -14 Grad (Singen) mit einer
Vorlauftemperatur von 55 Grad auskommen. Das ist in vielen Fällen auch die Grenze für die Inanspruchnahme der
staatlichen Förderung.

Und selbst wenn die 55-Grad-Grenze gerade noch eingehalten wird, so ist es trotzdem eine Verschwendung,
denn die neue Wärmepumpe würde sich für jedes Grad weniger Heizwassertemperatur (= Vorlauftemperatur)
mit rund 2,5 % weniger Stromverbrauch bedanken. D. h. alleine schon die Frage, ob 55 Grad Vorlauftemperatur
oder 45 Grad Vorlauftemperatur, das entscheidet bereits über rund 25 % Ihrer künftigen Heizkosten! 
Die sind zwar mit einer Wärmepumpe auch bei 55 Grad Vorlauf noch deutlich geringer als bei Öl oder Gas.
Trotzdem aber sollte man aus ökologischen Gründen den wenigen Antriebsstrom der Wärmepumpe nicht unnötig verschwenden.

Was also tun? - Die Lösung heißt ganz klar: Raus mit den alten Energie-Verschwendern!

Was aber an deren Stelle einbauen?

Meine Antwort dazu ist folgende: Ideal wäre eine Fußbodenheizung, was aber im Bestandsbau regelmäßig an den hohen Ein- und Umbaukosten scheitert. Relativ preiswert zu haben sind auch neue  Heizkörper aus dem Baumarkt.
Die sind übrigens besser als ihr Ruf. Dabei sollten Sie insbesondere auf die größtmögliche Dimensionierung achten:
Je größer, desto besser, wobei “größer” auch bedeutet: Nehmen Sie - wenn möglich - Heizkörper mit 3 Platten (Typ 33) und nicht mit nur 2 Platten (Typ 22, 21 oder  gar 20). Heizkörper mit nur 1 Platte sind aus  Wärmepumpen-Sicht sowieso suboptimal.

Gebläsekonvektor Powerkon  NTWenn Sie es aber wirklich richtig machen wollen, dann
tauschen Sie Ihre alten  Heizkörper gegen neue Heizkörper
mit Gebläseunterstützung, wie z. B. den von mir auf meinen Messen immer wieder gezeigten Kampmann “Powerkon NT”
(s. Schnittbild rechts mit Heizregister unten und Lüfterwalze oben).

Wer mehr Auswahl beim Design wünscht, für den gibt es als Alternative z. B. die bauähnlichen Geräte von JAGA.

Leider höre ich häufig das “Argument”, dass mit dem Gebläse der Hausstaub verwirbelt wird. Das ist zwar prinzipiell richtig, aber das Gebläse sorgt  nur dafür, dass sich ein Luftstrom einstellt, so wie er sich bei jedem normalen Heizkörper bei 50, 60 oder 70 Grad Vorlauftemperatur  von alleine einstellt. Komischerweise argumentiert fast niemand, dass er die  alten Heizkörper rauswerfen muss, weil diese eine Konvektion erzeugen. Kurzum:  Vergessen  Sie dieses Argument und greifen Sie lieber zum Staubsauger - natürlich bei geöffnetem Fenster.

Für alle die, die es genauer wissen wollen, habe ich  einen  Vergleich gerechnet. Und zwar habe ich gerechnet,
welche Heizleistung in Watt aus einem Heizkörper verschiedener Bauart bei bestimmten Vorlauf-/Rücklauftemperaturen zu gewinnen ist. Damit wir nicht die berühmten Äpfel mit Birnen vergleichen, habe ich 3 Heizkörper verglichen, die jeweils 50 Liter Volumen haben (also Länge mal Breite mal Höhe). Das Ergebnis sehen Sie in nachfolgendem Diagramm, wobei ich anmerken muss, dass größere Gebläsekonvektoren tendenziell noch besser abschneiden als der Kleine, den ich hier zum Vergleich herangezogen habe. Auch ist zu bedenken, dass klassische Heizkörper vollständig aktiv sind (= alle Teile geben Wärme ab), während beim Gebläsekonvektor nur ein kleiner Bruchteil des gesamten Heizkörpervolumens im Inneren des Gerätes thermisch aktiv ist.

Wie ist das Diagramm zu lesen?  Dazu ein Beispiel:

Die untere, dunkelblaue Kurvenfläche zeigt das Leistungsvermögen eines Gebläsekonvektors ohne Gebläseunterstützung. Es liegt bei 75 Grad Vorlauftemperatur und  65 Grad Rücklauftemperatur bei etwa 300 Watt und fällt dann bei weiterer Absenkung der Vorlauftemperatur hin zu 35 Grad deutlich ab. Gussgliederratoren sind da schon deutlich besser, erreichen sie doch bei  50 Liter Heizkörpervolumen  fast bis zu 900 Watt Abgabeleistung (Standard-Satz des jeweiligen Eigentümers: “Die sind doch noch gut!”). Sehr deutlich besser sind dann schon die viel verspotteten “Baumarkt-Heizkörper”, die  bei 50 Liter Volumen fast 1400 Watt Abgabeleistung schaffen. Und schließlich sehen  Sie oben drüber die Leistung des Gebläsekonvektors für den Fall, dass das Gebläse mit zugeschaltet wird. Dabei ist  weniger interessant, dass der Gebläsekonvektor auch bei 75 Grad Vorlauf bessere Werte liefert (fast 1700 Watt). 
Wichtig ist vielmehr, dass er in dem für die Wärmepumpe besonders interessanten Bereich rund doppelt so gut ist wie der “Baumarkt-Heizkörper” und etwa dreimal so gut wie der viel gelobte Gussgliederheizkörper.

Sie können die Daten übrigens mit einem guten Tabellenbuch aus dem Heizungsbau gerne selbst nachprüfen:
Der Gebläsekonvektor hat bei gleichem Heizkörpervolumen und gleichem Heizkörpervolumen einfach mehr Heizleistung!
Und außerdem  kann er dank seines Gebläses im Sommer auch noch besser kühlen als jeder andere Heizkörper und jede Fußbodenheizung!

Heizkörpervergleich

 

Preislich  liegen Gebläsekonvektoren übrigens irgendwo im Bereich von 480 € bis 1700 € pro Stück,
inklusive Steuern und je nach Heizleistung.

Damit liegen sie in der Regel unterhalb der Anschaffungskosten einer Fußbodenheizung,
aber andererseits etwas oberhalb der Anschaffungskosten von hochwertigen “klassischen” Heizkörpern.


Für Häuslebauer deshalb mein Tipp:

Unten in den Estrich eine einfache (preiswerte!), aber eng verlegte Fußbodenheizung einbauen.

Und dazu noch die Unterstützung durch Gebläsekonvektoren für den  Fall, dass später verlegte dicke Teppiche die Fußbodenheizung stark behindern oder für den Fall, dass man schnell ein Zimmer bei Bedarf hochheizen möchte oder für den Fall, dass  man später komfortabel  kühlen möchte.

Und selbstverständlich sind Gebläsekonvektoren auch ein vollwertiger  Ersatz für den Fall, dass man aus Kosten- oder anderen Gründen ganz auf eine Fußbodenheizung verzichten muss.
 

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