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Probleme, Fehler und Lösungen

Seit Februar 2017 sammele ich hier in loser Folge Fragen und Antworten, die sich rund um den Betrieb von Heizungen mit einer Wärmepumpe ergeben. Probleme rund um Fußbodenheizungen sind auf der Seite “Fußbodenheizung” gesondert beschrieben.

Bitte denken Sie daran, dass nachfolgend  konkrete Fälle aus der Praxis beschrieben sind. Vor einer endgültigen Fehlerdiagnose ist immer zu prüfen, in wieweit das angegebene Fallbeispiel auf die konkrete bauliche Situation bei Ihnen vor Ort übertragen werden kann.

Problem Verdampfervereisung
bzw. Eisbildung an der Luft-Wärmepumpe

Luftwärmepumpen können vereisen - genauso wie Kühlschränke. Allerdings tauen sie sich im Normalfall von alleine wieder ab. Die Eisbildung ist dabei ein Hinweis, dass die Wärmepumpe “arbeitet”. Problematisch wird es, wenn trotz Abtauung die Eisschichten immer dicker werden, denn Eis unterbindet den Wärmefluss aus der Umgebungsluft in die Wärmepumpe hinein.

Dies hat zur Folge, dass zunächst der Stromverbrauch steigt, aber am Ende kann die ganze Heizanlage ausfallen.

Vereisung-Verdampfer-Abtauung

Folgendes können Sie tun - abhängig von den Möglichkeiten, welche Ihre Wärmepumpensteuerung bietet:

  • Überprüfung der für den Verdampfer angezeigten Fühlerwerte.Die sollten plausibel zur tatsächlichen Außentemperatur passen. Zu hohe Temperaturen (z. B. + 26°C bei total vereistem Verdampfer) sind ein Hinweis darauf, dass die Fühler defekt geworden sind - meist als Folge von mangelhafter Wasserdichtigkeit. Die Reparatur erfordert dann den Austausch des defekten Fühlers, was in der Regel ein Fall für den Kundendiensttechniker ist.
  • Prüfen Sie in den Einstellungsdaten Ihrer Wärmepumpe, ob die “stille” Abtauung für allzu zu tiefe Temperaturen erlaubt ist. Hintergrund ist, dass manche Hersteller die langsame  Abtauung mit Außenluft erlauben, anstatt mit künstlicher Wärmezufuhr. Hier lässt sich Energie sparen, aber wenn man es dabei übertreibt, dann reicht die Zeit bis zum nächsten Wärmepumpenlauf nicht aus, um alles Eis abzutauen. In diesem Fall also die Einstellungen zum Abtauen mit Umluft weniger optimistisch einstellen.
  • Prüfen Sie, ob der Pufferspeicher mindestens 25 Grad warm ist - eventuell ist nicht genug Wärmevorrat zum Abtauen vorhanden. Hier bedarf es der Zuhilfenahme des Elektro-Heizstabs. Prüfen Sie auch, ob dessen Sicherung eingeschaltet ist und stellen Sie die Sicherung des Heizstabs ggf. auf “EIN”  (= Heben nach oben).  Achtung: Manche Heizstäbe verfügen auch über Einstellmöglichkeiten/Thermostate unmittelbar am Heizstab. Dabei  darf der Heizstab natürlich ebenfalls nicht außer Gefecht gesetzt worden sein.
  • Versuchen Sie, im Zweifelsfall einen oder mehrere manuelle Abtauzyklen über die Wärmepumpensteuerung anzufordern. Das verschafft zumindest einen zeitlichen Vorteil, hilft bei defekten Fühlern oder einem Defekt am Kältemittelkreis nur wenig oder gar nicht. Häufig lässt sich damit aber die Situation bis zum Eintreffen des Kundendienstes entschärfen.
  • Kurzfristig für Abhilfe sorgen kann auch ein Wasserschlauch, mit dem man vorsichtig das Eis abtauen kann.

Was Sie keinensfalls tun sollten: Das Eis mechanisch entfernen, weil hier keine, filigrane Röhrchen oder elektrische Leitungen beschädigt werden könnten!

 

Problem: Richtiger Wasserdruck in der Heizanlage

Kleine oder größere Leckagen führen zu Wasserverlust und damit Druckverlust in der Heizanlage. Bei größerem Druckverlust kann Luft in die Anlage eindringen.  In der Folge verursacht eindringende Luft Korrosion (Rost) und reduziert die Leistung Ihrer Heizkörper. Außerdem kann es zu störenden Geräuschen kommen. Und ganz nebenbei können auch die Turbinenrädchen in den Umwälzpumpen Schaden durch Kavitation (Gasbläschen) als Folge des zu geringen Druck nehmen. Deshalb also sollten Sie den Druck zumindest gelegentlich überprüfen.

Im Normalfall geschieht dies durch Prüfung des angezeigten Drucks am Manometer, welches sich üblicherweise im Keller befindet. Aber welcher Druck sollte angezeigt werden?

Als Faustregel gilt: Mindestens 0,5 bar + 0,1 bar für jeden Höhenmeter, den das Heizungswasser aus dem Heinzungkeller hinauf in die Wohnungen überwinden muss. Also bei 2 Etagen mit je 3 Metern Geschoßhöhe mindestens ca. 0,5 + 0,3 + 0,3 = 1,1 Bar.  In nachfolgendem Beispiel wird dieser Mindestdruck um etwa 0, 2 Bar unterschritten.

Druckanzeige-Manometer

Abgelesen wird dabei üblicherweise der schwarze Zeiger, denn der rote Zeiger hat dementsprechend nur Markierungsfunktion. Wenn das Manometer richtig eingestellt ist (auf obigem Bild ist das nicht der Fall!), dann zeigt der rote Zeiger das vom Anlagenbauer empfohlene Druckminimum und das grüne Kreissegment zeigt den Bereich, in dem sich der schwarze Zeiger bewegen sollte. Wie gesagt: Obiges Bild ist ein Beispiel dafür, wie es NICHT sein sollte! Es sollte dann vielmehr so aussehen wie auf nachfolgendem Bild:

Druckanzeige-Manometer-richtig-einstellen

Was Sie bei zu geringem Druck tun können, das ist das Nachfüllen von destilliertem oder zumindest teildemineralisiertem Wasser. Bedenken Sie, dass Sie in den Kühler Ihres Autos ja auch kein Leitungswasser einfüllen, sondern - wenn Sie es richtig machen wollen - destilliertes  Wasser.

Weil dazu bei Heizanlagen aber ein gewisser Wasserdruck erforderlich ist, wird zum Nachfüllen  gerne der Gartenschlauch verwendet und die Heizanlage mit kalkhaltigem Wasser versorgt.
Auch ist dabei nicht ganz ausgeschlossen, dass Verunreinigungen aus dem Heizungswasser oder Gartenschlauch ihren Weg in die Trinkwasserleitung finden und dann zu gesundheitlichen Problemen bei den Hausbewohnern führen können. Also besser mit Befüllpumpe oder mit spezieller Fülleinrichtung (Systemtrenner + Demineralisierungspatrone +  Schlauch) nachfüllen.

Aber wieviel Druck darf die Anlage maximal  haben? Hierzu muss man wissen, dass üblicherweise Sicherheitsventile mit 3 bar Auslösedruck verbaut werden. Auch 2,5 Bar habe ich schon in der Praxis vorgefunden. Der tatsächliche Wert steht auf dem Ventil (das mit der roten Kunstsoffkappe). Das heißt aber auch: Mehr als 3, bzw. 2,5  Bar Druck  lässt so ein Sicherheitsventil gar nicht zu. Überschüssiges Heizungswasser würde einfach aus dem Ventil abgelassen - und viele Sicherheitsventile verfügen über keinen Kanalablauf ....

Befüllen Sie deshalb Ihre Anlage immer mit entsprechender Umsicht und Sicherheitsreserve. Insbesondere bei großen Pufferspeichern sollten Sie immer nur nachfüllen, wenn die Speicher aufgeladen sind, sonst droht beim nächsten Anheizen ein Überlauf durch sich ausdehnendes Heizungswasser.

Das zweite Bild oben zeigt denn auch etwas Erstaunliches: Entsprechend der grünen Markierung, die auf der Hintergrundskala aufgedruckt ist, dürfte der maximale Druck bis 3 Bar steigen. An dem roten Zeiger ist aber eine weitere grüne Druckzone markiert - und diese reicht nur bis etwa 2,3 Bar.
Ich empfehle in diesem konkreten Beispielfall deshalb auch nur, bis maximal 2,3 - 2,5 Bar neues Heizwasser nachzufüllen. Der schwarze Zeiger wird dann am von der linken Seite des vorderen grünen Kreissegments zur rechten Seite des vorderen grünen Kreissegments wandern. Bei Befüllung auf 3 Bar entsprechend dem hinteren grünen Kreissegment droht Überschwemmung!

 

 

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