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Fassadendämmung 

 

Warum die Fassade dämmen?

Ganz einfach: Weil hier - anders als bei Fenstern - sehr, sehr viele Quadratmeter am Wärmeverlust beteiligt sind.
Vielleicht denken Sie aber auch wie viele  Andere:
Unsere Wand ist immerhin 30 cm dick, das ist doch schon viel besser als früher!

Professor Schlau - gute WandStimmt das wirklich?  - Tatsache ist:

  • Ziegelwände waren aufgrund der preußischen  Bauordnung schon vor über 100 Jahren in 38 cm Wandstärke auszuführen.
  • Steinbauten waren bis zu Ende des Mittelalters in Deutschland eine Ausnahme.
    Holznot und der  Bedarf preiswerter Wohnungen für das entstehende  Heer der Arbeiter (Industrialisierung in Deutschland) führten erst ab Mitte des vorletzten Jahrhunderts zur Ziegelwand.  Die “Steinzeit” im deutschen  Wohnungsbau begann also um etwa 1850.
  • 1951 kannte man in Schweden bei Außenwänden bereits Dämmstärken von 12 Zentimetern.
    In Deutschland baute man zu jener Zeit teilweise noch mit Ziegeln aus den Kriegstrümmern.
  • Erste Anforderungen an den Mindestwärmeschutz sollte es in Deutschland erst 1952 im Rahmen der DIN 4108 geben.  - Erst 1977, also ein viertel Jahrhundert später
    und 3 Jahre nach der ersten Ölkrise, rang sich der deutsche Staat  mit der ersten Wärmeschutzverordnung (WSVO) zu einer Verschärfung der Wärmeschutzvorschriften durch.
  • Eine von hessischen Archäologen rekonstruierte zweischalige, mit Heu gefüllte Lehmwand aus der Bronzezeit (3.500 v. Chr.) wäre mit Ihrem U-Wert von 0,5 W/(qm*K) nach Gesichtspunkten des Wärmeschutzes sogar noch nach der dritten Wärmeschutzverordnung von 1995 genehmigungsfähig gewesen.
    Bis 1994 wurden in Deutschland gemäß zweiter WSVO 1984 sogar Wände mit einem U-Wert von  1,2 W/(qm*K) bauamtlich genehmigt.
    Das entspricht nicht einmal der halben Dämmleistung dessen, was es schon in der Bronzezeit gab!

Merke also:
Die deutsche Standardwand erreichte dämmtechnisch
erst 1995 wieder den  Stand der Bronzezeit!

Und genau dieser schlechte Baustandard zwang  die Eigentümergemeinschaft des hier beschriebenen
6-Parteien Objekts Baujahr 1965 zu einer umfassenden Wärmeschutz-Sanierung.

Entstanden noch vor der ersten Ölkrise 1973 in der Nähe von Konstanz  war das Gebäude für die damalige Zeit recht aufwendig gebaut (vorgemauerter Sichtklinker + Sichtbeton), aber der  Wärmeschutz war so schlecht, dass Schimmel ein Dauerthema war.

1 Giebelwand hatte deshalb bereits vor einigen Jahren einen Wärmeschutz erhalten.
Die drei verbleibenden Gebäudeseiten waren jedoch noch im ursprünglichen baulichen Zustand.

Die Eigentümergemeinschaft traf daher folgende Beschlüsse:

  • Die drei bisher noch ungedämmten Fassadenseiten sollten eine zeitgemäße “gute” Dämmung bekommen.
  • Die Wärmebrücken “Rollladenkasten” sollten verschwinden. Weil auch schon einige Rollläden kaputt waren,
    wurde entschieden, neue elektrische Vorbau-Rollläden mit Funkfernsteuerung zu installieren
  • Einige der Wohnungen sollten als Sondereigentum eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung erhalten
  • Alle Wohnungen sollten je 2 hochwertige Satellitenanschlüsse erhalten, welche von einer einzigen zentralen “Schüssel” gespeist wird.
  • Die letzten Holzfenster sollten noch rechtzeitig vor der Dämmung durch zeitgemäße Kunststofffenster ersetzt werden.
  • Das Ensemble “Alu-Haustür mit Einscheiben-Verglasung & Glasbausteinwand im Treppenhaus” sollte
    durch eine preiswerte, aber zeitgemäße und vor allem Energie sparende Lösung ersetzt werden.
  • Alle neu zu verlegenden Kabel (Stromversorgung, Lüftersteuerung, Satelliten-Koaxkabel) sollten weitestgehend außerhalb der Wohnungen auf der Außenfassade verlegt werden und in der neuen Dämmung verschwinden.
  • Die eine, bereits gedämmte Giebelwand sollte lediglich einen neuen Anstrich erhalten.

Mit dem Hauptgewerk, der eigentlichen Dämmung, beauftragten wir die Konstanzer Firma Öhlen,
die mit ihrem freundlichen Team schnell und sauber arbeitete.
Das Gerüst stellte die Firma Mierisch aus Steißlingen.

Folgen Sie mir nun anhand der nachfolgenden  Bilder durch die einzelnen Arbeitsschritte.

Wir beginnen mit dem Bohren der Löcher für die neue dezentrale Lüftungsanlage (Fabrikat “Thermolüfter” von LTM):

Kernlochbohrung für Lüftung P4270616

Ausführende Firma war “Der Schieß” aus Konstanz. Meine Einschätzung: Präzise und im Rahmen der Möglichkeiten sauber gearbeitet!

 

Weiter geht es mit der Entfernung der alten Haustür samt Einbaubriefkasten und Glasbausteinwand im
Treppenhaus, die hier auf dem Bild noch den Charme der 60er Jahre versprüht: 

Tür und Glasbausteine P6190254

 

Diesem Wärmeleck rücken nun die Fensterbauer der Firma Lauber aus Überlingen am Ried zu Leibe:

Ausbau Glasbausteine P5120651

 

Ausbau Briefkastenanlage P5120654

Klares Isolierglas statt Energie fressender und schummriger Glasbausteine macht das Treppenhaus freundlich und hell - und ermöglicht ganz neue Einblicke in die grüne Umgebung:

Hell und freundlich P5120661

Auf besonderen Wunsch einer einzelnen Hausbewohnerin sollte bis zur Bereitstellung der neuen Briefkastenanlage eine Ersatzlösung her,
bei der der Datenschutz hinsichtlich der zugestellten Post gewahrt bleiben sollte. Zwei Baumpfähle aus dem Gartencenter und Reste einer entnagelten Palette ergaben eine recht brauchbare (Not-) Lösung:

  Hausbriefkasten Übergangslösung P5130662

 

Weiter ging es mit der  Stillegung der alten, teilweise  defekten Rollläden, bei denen die Rollladenkästen nur durch eine ca. 10 mm starke Holzfaserplatte zum jeweiligen Wohnraum hin gedämmt waren. Hier wurden nun neue, Energie  sparende Vorbau-Rollläden eingebaut!

Nach Abwägung aller  Vor- und Nachteile war die  Wahl auf elektrische Rollläden gefallen, die von der Wohnungsinnenseite jeweils durch eine Funk-Fernsteuerung bedienbar sein sollten.

Nachfolgendes Bild zeigt zwei Monteure der Konstanzer Firma Rollladen-Sauter bei der Montagearbeit auf dem Gerüst:

Rollläadn P5180703

 

Auf der Südwestseite entsteht auf der Außenwand mittlererweile der Kabelkanal für die neue Satelliten-Empfangsanlage. Natürlich sind inzwischen alle Kabel feinsäuberlich im weißen Kabelkanal verschwunden.
Das nachfolgende Bild zeigt jedoch deutlich die Menge der zu verlegenden Kabel zum neuen Sternverteiler im Keller:

Kabelsalat P5300723

Man stelle sich vor, diese Kabel wären alle auf der Wohnungsinnenseite unter Putz zu verlegen gewesen!

Die vorbereitete Elektrik für die Rollläden sowie die neuen dezentralen Lüfter (Thermolüfter) sind auf folgendem Bild zu sehen:

Thermolüfter und Rollladen P6120755

 

Nach Abschluss der Kabel-Verlegearbeiten beginnt endlich die eigentliche Arbeit an der Dämmung der Fassade.

Die zu verbauenden Dämmstoffmengen sind erheblich. Außerdem kommen verschiedene Dicken und Materialien zum Einsatz, je nachdem wo und was gerade gedämmt wird.

Das nachfolgende Bild zeigt deshalb auch nur einen Teil des benötigten Materials: 

Dämmstoff-Berge P6120806

 

Aber Achtung: Dämmstoff ist nicht gleich Dämmstoff, denn die Dämmwirkung kann sich deutlich unterscheiden.
So haben die hier verbauten Platten einen  so genannten Lambda-Wert von nur 0,032. 
Dieser ist in der “Styropor-Klasse” ein sehr guter Wert.
So hat “normales” Styropor einen vergleichbaren Lambda-Wert von typischerweise 0,040 und leitet
damit Wärme rund 25 % besser, was sich in einem höheren Brennstoff-Verbrauch niederschlagen würde.

Achten Sie also auf die technischen Daten des Materials, was Ihnen auf die Baustellle geliefert wird:

Lambda 032 P6120809

 

Und hier nun Bilder von der eigentlichen Dämmung:

Dämmung Giebel P6140823

Bitte beachten Sie: Wir dämmen hier 160 Millimeter stark in allerbester Qualitätsstufe. Wer weniger dämmt, der schöpft das vorhandene Einspar-Potenzial nicht aus!

Dämmstärke Fassade P6140831

 

Und natürlich soll diesmal auch alles “schön gerade” werden. Nachfolgendes Bild zeigt ein Ausgleich der zu tief (zurück) liegenden Klinkerverblendung.
Hier müssen erst einmal ein paar Zentimeter mit Styropor aufgefüttert werden:

Dämmung Ausgleich krumme Wand P6120762

 

Alles auch wirklich gerade? Im Zuge der Sanierung konnte auch so manche Jahrzehnte alte Unebenheit “ausgebügelt” werden:

Alles gerade P6140827

Nachfolgendes Bild zeigt ein anderes, häufig unterschätztes Problem:

Nur allzu gerne wurden in der Vergangenheit die Fensterbänke ohne Wärmedämmung montiert.
Das bedeutet Wärmebrücken und manchmal auch Schimmel-Befall auf der Innenseite der Wand.

P7040864 keine Isolierung unter alter Fensterbank 800

Im Zuge der hier beschriebenen Sanierung erhielten die Fenster erstmalig eine Dämmung unterhalb der Fensterbänke.

Wegen der geringen zur Verfügung stehenden Höhe wurde diese Dämmung mit besonders hochwertigem Polyurethan-Dämmstoff realisiert.

Die auf den nächsten Bild sichtbaren 2 Platten dämmen dabei in etwa so gut wie 8 cm Standard-Styropor.

Stuckateurmeister Oehlen ist auf dem Bild gerade dabei, auch  die letzten Winkel auszudämmen:
P7040867 neue Isolierung unter den Fensterbänken

Eine andere Stelle, an der die neue Dämmung Probleme machte, ist die Klingelanlage. Auf dem folgenden Bild
sehen Sie, wie ich mit Hilfe von 6 speziell geschnittenen M5-Gewindestangen und Langmuttern das Problem lösen konnte.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich die mit den Jahren locker gewordene Installationsbox mit Klebeschaum neu und wirklich waagrecht befestigen können:

Klingelanlage verlängert

Der “Umzug” des  Elektronik-Moduls von der alten Klingelanlage hinter das neue Edelstahl-Tableau will gut
vorbereitet sein, denn die Dokumentation zur Klingel- und Wechselsprechanlage ist nach über 40 Jahren
natürlich nicht mehr vorhanden.

Umbau Klingelanlage

Nachdem die Dämmung

komplett angeklebt und verdübelt wurde, folgt im nächsten Arbeitsschritt die Verspachtelung
mit Hilfe eines Klebemörtels und viel Kunststoffgitternetz, welches vollflächig ausgebracht wird:

P7110888 Aufbringen der Spachtelmasse auf EPS

 

Im Gebäude selbst geht es inzwischen mit der Montage der vier neuen LTM Thermolüfter weiter.
Dabei wurde größter Wert darauf gelegt, dass die sich  kein Staub ausbreiten konnte.
Die Haupt-Durchbrucharbeiten waren zwar zuvor von außen mittels Kernbohrungen gemacht worden,
allerdings galt es nun, vorsichtig aus diesen Bohrungen eine teilweise rechteckige Öffnung zu erstellen.

Größere Kernbohrungen zur Vermeidung dieser Handarbeiten waren leider aus statischen Gründen nicht möglich gewesen.

Zunächst also wurden  Montagezelte aus Folie abgeklebt:

P7130896  Montagezelt für Lüftungsmontage

 

Dann konnte der jeweilige Thermolüfter eingesetzt und die ganze  Konstruktion verputzt werden:Thermolüfter verputzt P8020924

Dabei ist künftig nicht nur eine Energieeinsparung möglich, sondern die Luft kann auch noch gefiltert werden,
was besonders die Allergiker zu schätzen  wissen.
Das nachfolgende Bild zeigt das Einsetzen der raumseitigen Grobfilter-Matte:

Thermolüfter Filter P8030928

 

Von außen sehen die Lüftungsabdeckungen recht gefällig aus. Die neue, zentrale SAT-Schüssel hat nicht nur die Neumontage der bisherigen privaten Antennen  überflüssig gemacht, sondern spart jetzt der Gemeinschaft Monat für Monat rund 70 € Kabelgebühren:

Sat-Schüssel neu und LTM-Thermolüfter-Lüftungshauben P8240963

Interesse am LTM-Thermolüfter? Eine Mini-Bedienungsanleitung im PDF-Format können Sie hier downloaden: 
THERMOLÜFTER-BEDIENANLEITUNG

 

Zum Vergleich hier auch noch ein Foto einer zentralen Lüftungsanlage vom Typ Helios KWL 200 ECO, die aber
wegen des erhöhten Platzbedarfs lediglich in der Dachwohnung des gleichen Hauses zum Einsatz kam.
Der Einbau erfolgte Platz sparend hinter der Drempelwand (also in der Dachschräge) innerhalb der thermischen Hülle des Gebäudes. Die Bedienschalter sind links oben im Bild zu sehen.
 

Zentrallüftung Dachwohnung1 mit Helios KWL 200 EC ECO - P3300594

Das Besondere dabei ist, dass ein in der Küche montierter elektrischer Hygrostat die Lüftungsanlage automatisch 
auf “stärker lüften” schaltet, so bald eine bestimmte Luftfeuchtigkeit erreicht ist. Nach Wiederherstellung der
gewünschten Raumfeuchte veranlasst der Hygrostat eine automatische Reduzierung der Lüftung auf den
ursprünglichen Umfang.

Die Bewohner brauchen sich  also nicht einmal mehr Gedanken um das Ein- und Ausschalten der Anlage machen.
Lediglich während der feuchten Sommermonate empfiehlt sich eine Deaktivierung des Hygrostaten.

Die Helios KWL 200 ECO empfinde ich aus Nutzersicht spürbar leiser als einen  Thermolüfter, aber das Heliosgerät war eben für die Dachwohnung vorzüglich geeignet, während die Thermolüfter im Dach kaum einsetzbar waren.

Parallel dazu wurden auch die neuen Rollläden montiert. 4 der neuen 26 Elektrorollläden mussten aus Platzgründen leider im alten Rolllladenkasten montiert werden. Diesese bekamen jedoch einen neuen, weniger dicken Rollladen-”Panzer” (Im Bild unten noch nicht montiert), wodurch Platz für eine Energie sparende Rolllladendämmung frei wurde. Das Besondere an diesem speziellen Dämmmaterial ist, dass es sich rund biegen und damit relativ leicht in den Rollladenkasen einklemmen lässt.

Nachfolgendes Bild zeigt einen solchen Kasten, fotografiert von unten. Die Außenwand befindet sich aus dieser Perspektive unten im Bild:

P7160904 gedämmter alter Rollladenkasten

In den alten Rollladenkästen stand nach der Demontage der alten Plastik-Rollläden mehr Platz für die Wärmedämmung zur Verfügung.

Hier wurde mit Styropor, einer Dampfbremse sowie Flachsfasern gedämmt:

P6180838 Dämmung alte Rollladenkästen

In der grauen Box befindet sich die Funksteuerung für die Elektro-Rollläden.
Hier konnten wir auf Standard-Komponenten des FS20-Systems von ELV zurück greifen.
Trotzdem gab es teilweise einen erheblichen Verkabelungsaufwand:

P7160906 Verkabelungsaufwand bei Rollladen-Funksteuerung

Draußen können inzwischen die Putz-Arbeiten abgeschlossen werden.
Gruppenbild der Stuckateure nach dem Endspurt an einem verregneten Freitagabend:

FILE0578   Verputz ist fertig - Gruppenbild Firma Oehlen Konstanz

 

Fast fertig. Es fehlen nun noch die Markisen.

Auch wenn die Befestigung von Markisen auf einem Wärmedämmverbundsystem nicht ganz trivial ist, so ist sie doch mit der richtigen Dübel-Technik lösbar - hier mit Spezialdübeln der Firma Fischer:

 

Aufhängung Markise mit Thermax-Dübeln P8110958

<Ende>

 

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