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Billig = gut ?

Billig-Angebote aus dem Internet

Um es gleich vorauszuschicken: Auch ich habe schon so manches Schnäppchen im Internet gemacht. Das Bestellen bei ständig wechselnden Lieferanten ist allerdings nicht ganz frei von Risiken und auch bei langfristig bestehenden Lieferantenbeziehungen gilt immer noch: Qualität hat ihren Preis!

Nachfolgend eine kleine Auswahl davon, was auch bei professioneller  Materialbeschaffung so alles schief gehen kann.

 

Ein Loch ist im Fitting ...

Qualitativ hochwertige Bauelemente haben ihren Preis, den nicht jeder Kunde zahlen kann oder will. Da liegt es nahe, auch mal auf kompatible Produkte “freier” Anbieter zurück zu greifen.
Allerdings kann so was auch gründlich schief gehen, denn ein kapitaler Wasserschaden
 im Keller kann locker die 10.000-Euro-Marke überschreiten.
Wer also am Material sparen möchte, der soll sich mal folgende beiden Fotos ansehen:

Baugleiche Edelstahlfittinge - mit und ohne Loch

Bild: Das Rohrstück im Vordergrund war bereits fertig im Waschmaschinenanschluss installiert.
Erst bei der Druckprobe fiel das  nur 1 Millimeter große Loch auf  (s. roter Pfeil unten/Mitte).
Dahinter zum Vergleich das baugleiche Winkelstück ohne Loch ab Werk.
Von diesem Lieferanten beziehe ich inzwischen keine Teile mehr.

 

Aber auch wenn zunächst alles ordentlich erscheint, so kann es immer
noch langfristig zu Korrosionsschäden, z. B. durch Lochfraß kommen.

Durch das kleine Loch unten im Bild verlor die Heizanlage immer wieder
Wasser und musste nachgefüllt werden. Der Lieferant, bei dem dieses Fitting
ursprünglich gekauft wurde, wurde inzwischen geschlossen.

Lochfraß an Messing-T-Stück

Bild: Hier sprach der Preis  ...
Lochfraß nach nur 7 Jahren Betrieb.

 

Umfang der angebotenen Elektroinstallation

Im Prinzip genügt der Wärmepumpe das Vorhandensein einer ausreichend dimensionierten Steckdose.Elektro-Installation de luxe P6271452

Eine hochwertige Installation beinhaltet aber mehr, wie z. B. Stromzähler oder FI-Schalter
für Kostenkontrolle und einen sicheren Betrieb.

Prüfen Sie also bei  Angeboten, ob der Elektroanschluss auch wirklich inklusive ist oder ob Sie noch auf eigene Kosten einen  zusätzlichen Elektriker bestellen müssen!

 

Bild rechts: Zwei Hutschienen im Hauptverteiler ausschließlich für den elektrischen Anschluss einer Wärmepumpenheizung. Auf besonderen Kundenwunsch hier mit zwei getrennten Zähler
 jeweils für Wärmepumpe und den E-Heizstab.

Plaste und Elaste aus Schkopau

Kenner von Honeckers  Planwirtschaft kennen diesen Spruch sicherlich noch.

Er fiel mir spontan wieder ein, als ich im Kundenauftrag neulich eine vermeintlich preisgünstige Wärmepumpe installierte: Rohr-Anschlüsse aus Plastik, die man ohne Werkzeug festschrauben konnte.

Unzuverlässige Klemmverschraubung aus Plastik P6061445Zwei Wochen nach Inbetriebnahme versagte urplötzlich einer dieser Rohr-Anschlüsse.
Und 400 Liter Heizungswasser aus dem daneben stehenden Pufferspeicher erkannten ihre Chance zur Flucht ....

Das Leck wurde durch Zufall gerade noch rechtzeitig bemerkt und 90 Quadratmeter frisch verlegtes Eichenparkett auf der gleichen Wohnebene konnten im letzten Augenblick gerettet werden. Zum Einsatz kamen danach hochwertige Metall-Klemmverbinder aus
Messing.

Auch hier gilt somit: Billig kann auch teuer werden!

Übrigens: Das rechts im Bild ist der kärgliche
22-Millimeter-Anschluss für den Heizkreis der betreffenden 7,5-kW-Wärmepumpe. Auch hier wurde ganz offensichtlich am Material gespart.

Den Stromversorger freut’s, denn der Stromverbrauch der Pufferladepumpe wird durch diese falsch verstandene Sparsamkeit künftig sicherlich höher sein als bei großzügig dimensionierten  Rohren.

Dreist: Gebrauchte Elektro-Heizstäbe statt Neuware

Der Preisdruck auf manchen Lieferanten scheint derartig hoch, dass im Einzelfall ganz offensichtlich jedes Schamgefühl verloren gehen kann.

Raten Sie mal, welcher E-Heizstab auf den nachfolgenden 2 Bildern
gebraucht ist und welcher laut Lieferant  neu sein soll:

Heizstab Edelstahl gebraucht, aber frei von Korrosion

Minderwertige, stark korrodierte Importware als neu verkauft

Sie haben den oberen, d.h. den grauen  Heizstab als neu eingeschätzt? - FALSCH !!!

Der obere E-Heizstab ist ein relativ hochwertiger  EDELSTAHL-Heizstab, der schon einmal eingebaut war. Ich habe ihn in dem Zustand fotografiert, wie er auch derzeit im Lager als Notfall-Ersatzteil liegt. Die farblichen Verunreinigungen stammen hauptsächlich vom Dichtungsmittel.

Den unteren E-Heizstab habe ich deutlich preiswerter als Speicher-Zubehör in Messing-Ausführung bei einem deutschen Speicherlieferanten gekauft. Der Heizstab kam  ohne das notwendige CE-Prüfzeichen und ohne Montageanleitung, dafür aber mit verbogenen Heizschleifen, mit Spuren von angetrocknetem Heizungswasser, zerborstener blauer Kunststoffkappe (s. Riss im Bild), überdrehter Gehäuseschraube und vor allem mit üppigen Ausblühungen als Folge von ganz erheblicher Korrosion.

Um einen Einzelfall kann es sich nicht handeln, denn die Lieferung umfasste insgesamt
3 Heizstäbe und alle 3 Heizstäbe zeigten ähnliche Mängel.

Der Beipackzettel der “Qualitätssicherung” des Heizstab-Herstellerwerks führte mich auf eine Internetseite mit kyrillischem (= osteuropäischem) Zeichensatz. Lediglich eine Kontaktadresse mit lateinischem Zeichensatz verwies auf eine Firma mit Sitz in Bulgarien - und somit einen Hersteller innerhalb der EU.

Und nun der Knaller: Der deutsche Lieferant schreibt mir zu meiner bebilderten Beschwerde “Die gelieferten Heizstäbe verfügen alle über das CE-Prüfzeichen [...] und sehen keinen Grund zur Reklamation.

Diesem Lieferanten kann man wahrscheinlich nicht mehr helfen. 

Die Ersatzlieferung kam dann auch von einem anderen Anbieter.
Dessen Heizstäbe sahen so aus, wie man es von ordentlicher Ware erwarten kann:

Heizstab neu und ohne Gebrauchsspuren DSCF3555

 

Preishammer-Wärmepumpe

Ich nehme  Bezug auf ein Angebot, das tatsächlich so angeboten wurde:

[Markenname] 24,0 kW 4,2 COP, NEU, PREISBRECHER   1899,- inkl. MWSt.

Wow, was für ein Preis!  Weiterhin war dann noch unter Anderem zu lesen:

  • COP bis 4,2 bei A10/W35 (nach EN 255)
  • Vorlauftemperatur bis 58 ° Celsius
  • Geräuschentwicklung 57 dB
  • Abholadresse [irgendwo im PLZ-Bereich 59...]

Es geht nun nicht darum, das Produkt schlecht zu reden, denn für gelegentliche Beheizung eines gewerblichen oder landwirtschaftlichen Objekts ist es sicherlich gut geeignet, aber wie sieht es im privaten Bereich normalerweise aus?

Stolperfalle 1:
Die Leistung - oder: Wird es überhaupt warm genug?

“24 kW” steht in der Angebot-Titelzeile, aber weiter unten erfährt der sorgfältige  Leser, dass dies bei A10/W35 gilt. Im Klartext: Wenn es draußen 10 Grad warm ist (>> “A” steht für “Air”) und die Fussbodenheizung nur mit 35 Grad beheizt wird (>>“W” steht für “Water”), dann bringt das Gerät nach Herstellerangabe 24 kW. Meist aber geht es um die Frage, wieviel Leistung dann noch verfügbar ist, wenn die Außentemperatur auf -12 Grad fällt oder gar -14 Grad (das sind offizielle Auslegungstemperaturen für eine normale Heizanlage).  Diese Antwort war durch Interpolation aus dem Datenblatt ermittelbar: Nur ca. 12,7 kW bis 11,7 kW. Aha! Das ist ziemlich genau die Hälfte von dem, was man nach dem Lesen der Angebotsüberschrift erwarten würde. Also Vorsicht, wenn Ihre Heizung tatsächlich auf 24  kW berechnet wurde!

Stolperfalle 2:
Der COP, bzw. Wirkungsgrad - oder: Wieviel Heizwärme für wieviel Strom?

In der Branche werden üblicherweise die COPs unter der Prüfbedingung A2/W35 angegeben.
Der recht hohe COP von 4,2 aus der Angebotsüberschrift gilt aber bei A10/W35.
Nimmt man jedoch A2/W35 als Basis, so bringt unser Sonderangebot nur noch einen COP von 3,2.
Und das bedeutet bei einem klassischen  Einfamilienhaus aus den 60er oder 70er Jahren typischerweise 450 - 600 € mehr Stromkosten pro Jahr gegenüber einer Luftwärme-pumpe mit einem COP von z.  B. 4,1 bei A2/W35. 
Diese Mehrkosten beim Strom hat der Betreiber die nächsten 25 Jahre lang, also über die gesamte Lebensdauer der Wärmepumpe. Die Mehrkosten in dieser Zeit liegen also bei 11.250 € - 15.000 €.

Stolperfalle 3: BAFA-Zuschüsse

Weder ist anhand der Leistungsdaten zu erwarten, dass die BAFA für diese Wärmepumpe jemals einen Zuschuss zahlen würde, noch konnte ich den  Hersteller  (Name hier absichtlich nicht genannt) in der offiziellen BAFA-Wärmepumpenliste finden. Hier gehen dem Betreiber also auch noch einmal
mindestens 1.300 Euro Zuschuss verloren.

Stolperfalle 4: Geräuschentwicklung 57 dB

Na da wird sich aber Ihr Nachbar “freuen”!   57 dB sind im Wohngebiet nachts schlichtweg unzulässig und bauliche Maßnahmen zur Schallreduzierung gehen häufig einher mit einer Verschlechterung der Abluft-Verwirbelung, was den COP und die Heizleistung weiter verringert.
Also größte Vorsicht: So ein lautes Gerät im Wohngebiet gibt höchstwahrscheinlich Ärger!

Stolperfalle 5: Kundendienst

Der Anbieter für das Angebot in diesem Beispiel hat seinen Stützpunkt im 5er PLZ-Bereich. Die Frage muss hier also ganz deutlich formuliert werden: Wer kann im Falle eines Falles in Süddeutschland den Kundenservice durchführen. Am Rand sei angemerkt, das das hier diskutierte Angebot von einem Anbieter mit Null (!) Bewertungen stammt. Ebay-Erfahrene wissen, was das bedeutet!

Fazit: Ein Angebot für Mutige, die eher etwas abseits wohnen sollten und die Wärmepumpe nicht im Dauerbetrieb fahren  wollen. Vielleicht auch geeignet, um im Sommer ein kleines Schwimmbecken zu temperieren - aber  wollen Sie dann mit 57 dB Hintergrundbeschallung am Pool liegen?

Merke also:
Bei Billig-Angeboten genau hinschauen, damit aus “billig” am Ende nicht “teuer” wird!
 

Und wie steht es generell mit den Wärmepumpen in den Budget-Angeboten aus?

Nun, hier muss sich der Bauherr entscheiden, ober er lediglich weg will von Öl, Gas und Schornsteinfeger. Wenn dies  das Ziel ist, dann genügt in der  Tat eine einfache Billig-Wärmepumpe - mit all den Risiken, die oben schon erwähnt sind. Typische Vertreter dieser Kategorie sind z. B. Kombi-Luftwärmepumpen (= alles in 1 Modul wie oben im Beispiel)  oder Erdwärme-Anlagen, die mit optimistischen 50 Watt Entzugsleistung pro Bohrmeter gerechnet sind. Das Problem dabei ist, dass in den Kraftwerken relativ viel Energie (Öl, Gas, Kohle) eingesetzt werden muss, damit diese Art von Wärmepumpen-Heizung überhaupt betrieben werden kann. Und genau das verschlechtert die
Gesamt-Energiebilanz solcher Heizungen.

Wenn aber Sie als Bauherr auch das Ziel haben, nachhaltig Energie zu sparen,
dann führt kein Weg an einer hoch effizienten Wärmepumpe vorbei, die entsprechend hohe COPs (Wirkungsgrade) hat und auch groß genug ausgelegt ist, um an wirklich kalten Tagen möglichst ohne E-Heizstab Ihr Haus zu beheizen. Und bei Erdwärme-basierten Systemen gehört natürlich auch dazu, dass die Bohrung, bzw. der Kollektor nicht  zu sparsam bemessen wird. Und schließlich muss auch darauf geachtet werden, dass das Wärmeverteilsystem im Haus mit möglichst niedrigen Wassertemperaturen auskommt.

 

Nochmal Ärger mit Fittingen
Oder: Wenn der Lagerist überfordert ist

Falscher Fitting - C-Stahl statt Edelstahl - Trinkwasser-Leckage vorprogrammiertEs war ein sehr ärgerlicher Vormittag. Schon beim Auspacken der morgendlichen Materiallieferung  waren mir Teile aufgefallen, die eigentlich aus Edelstahl sein sollten und dann auch noch  Presskontur “V” hätten haben sollen.
Geliefert wurde jedoch das, was Sie auf dem Bild rechts sehen. Dass hier ein Presswerkzeug mit Kontur “M” erforderlich ist, das ist noch der harmlosere Teil des Problems. Schlimmer ist, dass es hier um eine Trinkwasserleitung ging - und dafür ist ein hinreichend korrosionsfestes Material erforderlich.
Bestellt war daher “Edelstahl”, aber dieses Fitting rechts besteht im Wesentlichen aus verzinktem C-Stahl.
Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis man den Keller auspumpen darf ....

Tipp: Wegen der hohen Verwechslungsgefahr sind
C-Stahl-Fittinge in der Regel markiert, hier im Bild rechts mit einem dicken roten Punkt.
Nachforschung beim Großhändler ergab, dass offen- sichtlich eine Retoure falsch eingelagert worden war.
Ein guter Lagerist hätte das allerdings am roten Punkt erkennen können.

Später am Nachmittag standen diverse 2-Zoll-Fittinge zum Verpressen an. Eigentlich sollten alle Fittinge Presskontur “V” haben. Eigentlich .... Erstes Fitting, Kupfer: Kein Problem (Bild unten, rechts) . Zweites Fitting, Rotguss ... na, sehen Sie selbst im Bild unten links:

Fitting und Presswerkzeug passen nicht zusammen

 

Anstatt das Rotguss-Fitting - so wie das Kupfer-Fitting rechts - spanfrei und gleichmäßig zu verpressen, schrammte  das Presswerkzeug  tiefe Furchen ins Metall,  insbesondere an den Stellen mit den roten Pfeilen.
Hier nicht zu sehen ist auch der Umstand, dass das verpresste Rotguss-Fitting einen mehrere Millimeter größeren Umfang aufwies als das mit gleichem Werkzeug verpresste Kupfer-Fitting. Diese “paar Millimeter” können später fatale Auswirkung haben, denn sie entscheiden darüber, ob der Dichtungsgummi auf der Innenseite des ringförmigen Wulstes hinreichend fest, gleichförmig und damit insgesamt wasserdicht gegen das Metall gedrückt wird.

Das Bild zeigt somit frisch gepressten  Metallschrott im Materialwert von fast 70 €. 

Ursache ist, dass das gelblich schimmernde Rotguss-Fitting zu groß ist und die Presszange es deshalb nicht richtig umfassen konnte. Ob mir hier eventuell ein Fitting mit der zum Verwechseln ähnlichen Presskontur “SC” verkauft wurde, konnte posthum nicht mehr ermittelt werden.  Mein Lieferant führt zwar SC-Fittinge, aber nicht in dieser fortgeschrittenen Fittingsgröße. Möglicherweise ist da also schon im Herstellerwerk ein “Malheur” passiert oder ein anderer Handwerkskollege hat sich bei einer Retoure vertan.
Auf jeden Fall konnten alle anderen Fittinge des gleichen Herstellers bislang problemlos verpresst werden.

Das falsche Fitting war jedenfalls der einzige vom Typ “Übergangsstück 54 x 2 Zoll IG” auf dieser Baustelle. Die “Brüderchen” bei diesem Projekt waren alle vom Typ “AG”. Kurzfristige Ersatzbestellung beim gleichen Lieferanten wäre also mit dem Risiko verbunden gewesen, erneut ein nicht maßhaltiges Fitting zu erhalten.

Deshalb besorgte ich mit bei einem anderen Großhändler ersatzweise ein Original Viega Pressfitting. Also anderer Großhändler und anderer Hersteller.  Das Ersatzfitting war zwar einiges teurer als sein fehlerhafter Vorgänger, aber das fertige Ergebnis sah dann so aus, wie man das erwarten kann:

Hochwertiger Viega-Fitting und problemlose Verpressung

Damit gilt auch in diesem Beispiel wieder der altbekannte Satz:
Am Material sollte man nicht sparen.

Aber welcher preisbewusst denkende Kunde mag schon diesen Satz hören, wenn
der Mitbewerber ein deutlich günstigeres Angebot mit Noname-Installationsmaterial
abgegeben hat ...?

 

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